Videoinstallation - "Das andere Amerika"
von Angela Zumpe
anlässlich des Kulturfestivals AKZENTE 2004 "Endstation Amerika ?"
Mit der dokumentarischen Videoinstallation soll aus aktuellem Anlass eine
neue Dimension der Auseinandersetzung mit amerikanischer Kultur und dem
Bild über Amerika, welches seit dem 11. September in Deutschland zu verschiedenen
ambivalenten Reaktionen geführt hat, eröffnet, aufgegriffen und weitergeführt
werden. Ziel des gesamten Vorhabens ist es, Stimmen zu Wort kommen zu lassen,
das "Nicht-einverstanden-Sein" besonders von Jugendlichen ernst zu nehmen
und durch ein konkretes Projekt zu beantworten bzw. Denkanstösse zu geben,
die nicht auf Hurrapazifismus und Populismus basieren. Es sind die Bilder,
Embleme und Metaphern zu entschlüsseln, die für und gegen Amerika in Stellung
gebracht werden.
1. Die Perspektive junger Erwachsener - Meinungen, Vorurteile:
Interviews mit Jugendlichen aus Duisburger Gymnasien und Gesamtschulen,
die sich mit ihrem Selbstverständnis als junge Deutsche befassen, sind ein Ausgangspunkt.
Es geht um die Entstehung von Feindbildern und ihrer Hintergründe.
In diesem Zusammenhang soll auch thematisiert werden, wie die Medien zu dieser
Meinungsbildung beigetragen haben.
2. Interviews mit "Sachverständigen"- Hintergründe, Kommentare, Analyse:
In der zweiten Ebene sollen Sachverständige, Intellektuelle, die sich differenzierter
mit den derzeitigen Problemen auseinandersetzen, zu Wort kommen. Stimmen,
die nicht in jeder talkshow zu finden sind, weil sie vielleicht auch unpopulärere
Standpunkte vertreten oder sich mehr mit den "mühsamen" historischen und
psychologischen Hintergründen befassen. Zugesagt habe die Autoren Marko
Martin, Richard Wagner und Jeffrey Gedmin.
3. Ausblicke und die "amerikanische Sicht"
Thomas Friedman, Publizist der New York Times wird heftig attakiert, für
seine Verteidigung des amerikanischen Einsatzes im Irak. Wie sehen das Amerikaner,
die in New York leben und Auswirkungen des 11. September hautnah miterlebt
haben ?
Die Bildsprache setzt sich bewusst von der Fernsehsprache ab. Nicht ein allwissender
Kommentar liegt unter dem ganzen, sondern der Schnitt oder Split-screen-Elemente stellen
die Kontexte her. Eine Kontrastierung von Aussagen ist möglich und gewollt. Im besten Fall
könnte damit eine spannungsreiche und im Umbruch befindliche kulturtheoretische Debatte in
eine breitere Öffentlichkeit getragen werden.