ARTEMISIA und FRIDA I RED FLAG bei der Rome Artweek


Ausstellung wandert nach Rom

Text zur Ausstellung 

Laudator Dr. Bodo Baumunk

ARTEMISIA reloaded
Artemisia Gentileschi (1593-1656) ist in neuerer Zeit so sehr von biographisch abgeleiteten Deutungen eingehegt worden, dass es nicht leicht ist, sich ihren Bildern unbefangen zu nähern. Das genau tut Angela Zumpe, indem sie biblische und mythologische Motive der berühmten Barockkünstlerin in die eigene Zeitgenossenscha􀅌 überführt. Nicht einfach über den Medienwechsel – von Malerei zu Fotografie – , sondern vor allem im freihändigen
Neuarrangieren, erst am lebenden Modell, dann am Rechner. Die Entrücktheit der vollendeten Gemälde löst sich wieder auf in eine offene Atelier-Szene, wo posiert, probiert, drapiert und ausstaffiert wird. Alte Geschichten wie „Susanna im Bade“ oder „Judith und Holofernes“ nehmen eine andere Wendung – Regisseurin Zumpe besetzt Rollen um, erfindet neue Attribute und geht keiner Dissonanz aus dem Weg.

Bodo Baumunk

RED FLAG
Ausstellung in der Galerie Uno bis Nov. ´26

Aktuelle Arbeiten aus dem Projekt One World I Kunst ohne Grenzen 23.07. – 09.08.2026

Meine Arbeiten die in Wuppertal zur BLACK MOUNTAIN CONNECTION entstanden, beziehen sich auf die Künstlergruppen die nach neuen Wegen suchen. Dazu gehören diejenigen, die sich in den 1940er Jahren im legendären Black Mountain College im US-Bundesstaat North Carolina trafen, um gemeinsam neue, interdisziplinäre Arbeitsmethoden auszuprobieren. Dazu gehörten sowohl emigrierte Bauhaus-Künstler als auch die Pop-Artisten aus NYC, z.B. Robert Rauschenberg. Gemäß dem Credo: „ …den Prozess gegenüber den Ergebnissen zu betonen.“ (John Andrew Rice) . Dieser liberale Gedanke erscheint mir In der aktuellen Situation besonders wichtig.

Eine weitere Arbeit bezieht sich auf die Ausstellung DYLABY, ein Kofferwort aus „Dynamisches Labyrinth“. Sie bezieht sich auf eine Ausstellung im Stedelijk Museum. Aufbauend auf den Grundlagen von „Bewogen Beweging “ verkörperte „Dylaby“ ein Spannungsverhältnis zwischen spielerischer Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit. Sechs Künstler, alle in den 1920er oder 30er Jahren geboren, nahmen teil: Per Olof Ultvedt, Robert Rauschenberg, Martial Raysse, Niki de Saint Phalle (die einzige Frau in der Gruppe), Spoerri und Tinguely. Die Künstler werden als Vorreiter einer neuen Gesellschaft präsentiert, die auf anarchistischer Freiheit und nicht auf sozialistischer Politik basiert: Die Kunst dieser Ausstellung ist auf dem Weg zu mehr Aktivität und Dynamik. Sie lässt alte Formen einer statischen Welt hinter sich, die nach gesellschaftlicher Stabilitat strebte. … [

Das One World Konzept sehe ich als ein Pendant, wo ich mit anderen internationalen KünstlerInnen in einer Art Symposium in Wuppertal zweieinhalb Wochen zusammen an einem offenen Ort, der Glasfabrik arbeiten konnte. Neben dem gemeinsamen Austausch und auch einigen Kooperationen trug die Atmosphäre dazu bei, dass man über neue Wege nachdachte und sie auch realisierte. Das ist in eine zweiten großen Arbeit, bestehend aus Cyanotypie, Collage und Malerei, eingeflossen, die ich in Wuppertal realisieren konnte.

Mit dem Projekt One World setzte die Bergische Kunstgenossenschaft e. V. (BKG) ihr internationales Engagement fort und führt den Geist der erfolgreichen Ausstellung Welcome Art aus dem vergangenen Jahr in einem kooperativen Format weiter. Im direkten Arbeitsprozess, an dem 15 KünstlerInnen aus 8 Partnerstädten Wuppertals beteiligt waren, wurde zwei Wochen in der alten Glasfabrik vor Ort gearbeitet, zusammen mit KünstlerInnen aus Be‘er Sheva (ISR), Berlin-Schöneberg (DE), Košice (SK), Liegnitz (PL), Matagalpa (NIC), Schwerin (DE), South Tyneside (ENG), St. Étienne (FR).

Ich zeige anläßlich der offenen Ateliers zum Sommerfest am Samstag den 29. August ab 15.30 in der Flurgalerie parterre rechts des Kulturhaus Schöneberg Arbeiten, die sowohl in Kooperation als auch eigenständig entstanden sind.


 


FRIDA und ARTEMISIA 9. – 13.9.26 im Kulturhaus Schöneberg – Flurgalerie

𝖡𝖾𝗋𝗅𝗂𝗇: 𝟫. – 𝟣𝟥. 𝖲𝖾𝗉𝗍𝖾𝗆𝖻𝖾𝗋 𝟤𝟨
𝖱𝗈𝗆: 𝟣𝟫. – 𝟤𝟦. 𝖮𝗄𝗍𝗈𝖻𝖾𝗋 𝟤𝟨
https://www.instagram.com/artemisia_reloaded/
in der Flurgalerie Kulturhaus Schöneberg
Kyffhäuser Str. 2
Fotos: Jan Sobottka, Bert Loewenherz, Angela Zumpe