Things to Come – ein Lichtspiel – Vorschau

Things to Come – ein Lichtspiel
zu László Moholy-Nagy und seinen Partnerinnen Lucia und Sibyl

Eine Film-Installation von Angela Zumpe, Skript Oliver Held
23.06.- 25.8.2019 im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
02.10. – 02.12. 2019Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg
15.12.2019 – 12.01.2020 Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau

Videoparcour im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Die Film-Installation THINGS TO COME thematisiert in 12 Szenen Ereignisse aus dem Leben des BAUHAUSlehrers László Moholy-Nagy und seinen Partnerinnen Lucia und Sibyl zwischen 1929 und 1935. Auf mehreren Projektionsflächen im Raum wird die Geschichte präsentiert.

Es ist die Geschichte eines visionären Lichtdesigners, der am Massengeschmack des Kinopublikums scheitert. Inspiriert von Entwürfen László Moholy-Nagys, dem experimentellsten unter den Bauhaus-Künstlern, werden mit Projektoren, Lichtquellen und Gobostrahlern Strukturen und Bilder auf Flächen im Raum verteilt. Mit heutiger Digitaltechnik werden Momente aus Moholy-Nagys bewegtem Leben in jenem Stil umgesetzt, die dem Künster in den 1930er Jahren als das Kino der Zukunft vorgeschwebt haben mag. Die Szenen sind als Licht-Bild-Ton-Inszenierung mittels Projektion im Raum angeordnet, die das Publikum in einem Parcour durchwandert.

Als László Moholy-Nagy 1923 von Walter Gropius ans Bauhaus berufen wurde, war er der mit Abstand Jüngste im Lehrkörper. Dies ist sicher einer der Gründe, warum sich Moholy-Nagy mehr als seine Kollegen Klee, Schlemmer und Kandinsky für die damals noch neuen Medien Film und Fotografie interessiert. Als er im Januar 1929 seine Lehrtätigkeit am Dessauer Bauhaus beendet, gilt es für ihn, sich ein neues Betätigungsfeld zu suchen. In Berlin versucht er zunächst als Bühnenbildner, dann als Filmemacher seine künstlerischen Visionen umzusetzen und seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Zugleich ist THINGS TO COME die Geschichte der beiden Ehefrauen des Künstlers, Lucia und Sibyl. Lucia hatte László Moholy-Nagy bei seiner Berufung ans Bauhaus 1923 zunächst nach Weimar, dann nach Dessau begleitet und mit ihm gemeinsam die Fotogramme entwickelt und maßgeblich bei den theoretischen Schriften mitgewirkt. Sibyl lernte László 1931 in Berlin kennen, folgte ihm ins Exil nach London und wanderte mit ihm 1937 in die USA aus.

Mit Beginn der 1930er Jahre wandte sich Moholy-Nagy, der als konstruktivistischer Maler seine Laufbahn begonnen hatte, verstärkt dem damals jungen Medium Film zu. Zunächst in Berlin, später im Londoner Exil versucht er sich an der Verwirklichung seiner utopischen Ideen über ein Neues Sehen. Mit seinen Überlegungen und Vorstellungen von einem grundsätzlich anderen Kino, das der gebürtige Ungar unter dem Einfluss der sowjetischen Filmavantgarde in den Jahren 1930 bis 1937 propagierte, erlitt Moholy-Nagy in einer krisengeschüttelten Zeit Schiffbruch. Seine Ideen galten zwar als künstlerisch wertvoll, aber faktisch realitätsfremd. Anders als in der Architektur, in der das Neue Bauen trotz aller Widerstände schon bald das Erscheinungsbild der internationalen Metropolen prägte, bleibt die Massenattraktion Kino ein Ort kitschiger Gefühlswelten und romantischer Lebensentwürfe.

Von der politischen Linken als „Salonkommunist“ beschimpft, von der politischen Rechten als „Kulturbolschewist“ diffamiert, stellte sich für das Moholy-Trio die Frage einer künstlerischen Moral. Eine Debatte, die bis in unsere Gegenwart andauert.

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